Ein endloser Moment

Ich fahre gerne mit dem Rad und habe dabei auch keine übertriebene Angst. Aber, und da mache ich mir auch nichts vor, das Radfahren im öffentlichen Verkehrsraum ist nicht ungefährlich. Als Radler ist dein Körper deine Knautschzone und im Fall der Fälle ist die Schuldfrage eher zweitrangig. Wichtig ist einzig die Frage nach der Verletzung, die man davongetragen hat.

halskrauseIn meiner Karriere als Radfahrer hatte ich bisher noch keinen Unfall – von selbstverschuldeten Stürzen ohne Fremdbeteiligung einmal abgesehen. Und so dachte ich mir auch nichts dabei, als ich heute Mittag zu meiner langen Tour aufbrach. Geplant waren rund 3,5 Stunden im angenehmen GA1 Bereich. Die geplante Tour sollte mich über eher ruhigere Straßen und kleine Ortschaften führen. Wenig Hektik, viel Natur. Genau so, wie ich es beim Radfahren mag.

Nach einer Stunde steuerte ich in einer kleinen Ortschaft auf einen Kreisverkehr zu. Links frei, von rechts näherte sich ein Fahrzeug. Also rein in den Kreisverkehr. Anscheinend dachte sich die Fahrerin des PKWs auf der rechten Seite dasselbe. Und leider sah sie mich nicht, als sie in den Kreisverkehr einfuhr. Denn dann hätte sie sicherlich früher gebremst. Als ich schon im Kreisverkehr drin war und merkte, dass der PKW nie und nimmer rechtzeitig bremsen würde, versuchte ich noch durch Gegensteuern und Bremsen einen Unfall zu verhindern. Aber das klappte leider nicht. Dann folgte ein ziemlich in die Länge gezogener Moment, von dem ich mich nur noch daran erinnere, dass ich mit dem Helm auf den Asphalt geknallt bin. Und dann lag ich da.

Dann ging alles ganz schnell. Anwesende Passanten und die Fahrerin des PKWs kamen krankenhauszur mir und kümmerten sich um mich. Man rief die Polizei und den Notarzt und nach gefühlten zehn Minuten hatte ich schon eine Halskrause umgelegt bekommen. Nach einer kurzen Spritztour mit dem Krankenwagen musste ich im Krankenhaus eine Weile warten, bis ich geröntgt werden konnte. Und dann durfte ich erstmal aufatmen. Nichts gebrochen! Nur ein paar Prellungen, die allerdings auch recht schmerzhaft sind. Aber verglichen mit einem Bruch ist das sicherlich die bessere Option.

An Material ging auch einiges zu Bruch. Zuerst mein Helm und zwar sprichwörtlich. Der Aufprall hinterließ nämlich einen deutlich sichtbaren Riss darin. Ich mag mir nicht vorstellen, was da ohne Helm passiert wäre. Ansonsten ist mein Trikot in Mitleidenschaft gezogen worden.

Und leider, leider, leider hat auch mein Rad etwas abkommen. Und zwar nicht mein altes Cube Rennrad, sondern mein nagelneues Cervelo P2 Zeitfahrrad, das ich mir vor zwei Wochen gekauft und bisher aus Zeitgründen noch nicht hier im Blog vorgestellt habe. Auf den ersten Blick hat es den Lenker und das Hinterrad erwischt. Aber ganz genau wird mir das mein Radhändler sagen können. Ich hoffe nur, dass die Reparatur nicht lange dauert und sich alles mit der Versicherung der PKW Fahrerin problemlos regeln lässt.

Ich hatte heute wirklich viel Glück. Die Prellungen und Schäden am Material sind ärgerlich, aber verkraftbar. Was mir richtig Angst gemacht hat, war der Moment als ich mit dem Helm auf die Straße geknallt bin. Wenn ich daran zurückdenke und mir gleichzeitig vor Augen führe, wie oft ich auch schon mal in der Stadt ohne Helm unterwegs war, dann fühlt sich das komisch an. Ich werde mir kommende Woche daher nicht nur einen neuen Rennradhelm, sondern auch gleich noch einen Helm für den normalen Einsatz in der Stadt besorgen. Das ist meine Lektion, die ich heute gelernt habe.

Und jetzt heißt es für mich die nächsten Tage hart zu regenerieren. Die Challenge Kraichgau wartet schließlich nicht!

 

Das erste Quartal ist vorbei

Die ersten drei Monate sind vorbei und mein erster Saisonhöhepunkt, die Challenge Kraichgau, rückt immer näher. Ich merke, dass das strukturierte Training des letzten Quartals eindeutig etwas bringt und meine Entscheidung, auf einen fachkundigen Trainer zu setzten, richtig war. Trotz geringerer Umfänge als im ersten Quartal des vergangenen Jahres fühle ich mich mindestens genauso fit. Beim Radfahren sogar deutlich besser.

Mein erstes Quartal in Zahlen:

  • Laufen: 489 km
  • Schwimmen: 43 km
  • Radfahren: 645 km
  • Spinning/Rolle: 23 h
  • Gesamtaufwand: 123 h

 

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Stutenseer Stadtlauf 2014: Laufen nach Gefühl

Heute stand der zweite Wettkampf des Jahres auf dem Plan. Der Stutenseer Stadtlauf hat ein flaches Profil und ist sehr nah zu meiner Wohnung gelegen. Zwei Pluspunkte, die meine Wahl zu seinen Gunsten beeinflussten. Außerdem war da noch diese aktuelle PB aus dem Jahr 2012 (41:51 min), die so langsam einmal abgelöst werden sollte.

Als ich mir gerade den Pulsgurt und die Startnummer angelegt hatte, gab es eine schlechte Überraschung: der Akku von meinem Forerunner war leer. Ich hatte die Uhr zwar noch am Vortag zum Laden eingesteckt, aber dabei anscheinend nicht darauf geachtet, ob das Kabel auch korrekt sitzt. Sehr ärgerlich und für eine Minute hatte mir das auch echt die Lust verdorben. Aber he, was soll’s? Lieber bei einem solchen Wettkampf, als beim Saisonhighlight. Und das war ja nicht das erste Mal, dass ich nur nach Gefühl laufe.

Ich gehöre zu der Fraktion, die sehr gerne mit einer GPS Uhr läuft. Beim Wettkampf kontrolliere ich damit gerne meine Geschwindigkeit und das hilft mir vor allem auf den ersten Kilometern dabei, nicht zu schnell zu laufen. Genau das passierte aber und nach dem Passieren der dritten Kilometermarke spürte ich ein leichtes Seitenstechen, das mich zu einer angepassteren Geschwindigkeit zwang.

Da ich meine aktuelle Laufgeschwindigkeit nicht einschätzen konnte, hoffte ich in der Mitte des Laufs noch, eine Zeit von unter 45 Minuten zu schaffen. Quasi als Mindestziel, um den Wettkampf als Lehrstunde abzuhaken. Zeitweise kam mit meine Pace nicht besonders schnell vor, allerdings konnte ich das nur anhand meiner Atmung beurteilen.

Im Ziel gab es leider keine große Zeitanzeige, aber meine Freundin meinte, dass ich bei 41 oder 42 Minuten da war. Hundertprozentig sicher war sie sich allerdings auch nicht. Ich setzte mich nach dem Lauf direkt auf mein Rad und fuhr noch 50 km, denn der Wettkampf war als Teil eines Koppeltrainings geplant gewesen.

Als ich am Abend einen Blick in die offizielle Ergebnisliste warf, staunte ich nicht schlecht, als ich mein Ergebnis entdeckte. Ich bin tatsächlich 41:29 min gelaufen und habe damit meine bisherige PB aus dem Jahr 2012 verbessert. Und das unter den gegeben Bedingungen.

Ich habe an Ostern einen weiteren 10k Wettkampf geplant und hoffe, dass ich dann (mit Uhr) kontrolliert die 39:xx angreifen kann.

Neues Jahr, neues strafi!

strafi30

Was im letzten Jahr in einer Laune heraus im Trainingslager auf Teneriffa entstand, geht jetzt in die zweite Runde. Die Rede ist von #strafi! Im letzten Jahr noch auf 50 Tage ausgelegt, wollen wir es diesmal etwas kürzer und knackiger in 30 Tagen angehen. Daher gibt es in diesem Jahr auch den Namen #strafi30. Und das ist noch nicht alles. In diesem Jahr haben wir für die Aktion eine eigene Seite gebastelt: strafi.de

 

Bienwald Halbmarathon 2014

Alle Jahre wieder lockt der Halbmarathon in Kandel mit seiner schnellen Strecke. Vom Termin her ist der Lauf ideal, um einen ernsthaften Formtest zu absolvieren. Ich lief hier 2011 meinen ersten Halbmarathon und war seit dem jedes Jahr am Start. Im letzten Jahr schaffte ich es in Kandel sogar, das erste Mal unter 1:30 Stunden zu laufen.

In diesem Jahr gelang mir das leider nicht. Mein großes Saisonziel ist die Challenge Kraichgau und aktuell habe ich absichtlich noch keine Topform. Trotzdem habe ich mir eine Zeit von rund 1:30h zugetraut und eigentlich hätte diese auch drin sein müssen. Aber manchmal kommt es halt anders, als man denkt.

Seit Donnerstag oder Freitag fühlte ich mich ziemlich erschöpft, obwohl die vergangene Trainingswoche mit Hinblick auf dem Halbmarathon am Sonntag sehr locker war. Das äußerte sich darin, dass ich trotz normalem Schlafpensum sehr müde war und auch mal am Samstag gegen 22 Uhr einfach so auf der Couch einschlief. Ok, ich schlafe ab und an mal auf der Couch ein, dann aber eher 2-3 Stunden später. Im Nachhinein denke ich, dass dies alles eine Kombination aus seiner stressigen anstrengenden Woche und dem Wetterumschwung war. Kalt auf warm, das vertrage ich nicht so gut.

Jedenfalls stand der Bienwald Halbmarathon an und da wollte ich mich nicht drücken, nur weil ich mich nicht superfit fühlte. Bei einer ernsthaften Erkrankung wäre das was anderes gewesen, aber das war es ja nicht.

Ich wollte die ersten Kilometer mit 4:20 min angehen und dann sehen, was mein Körper meint. Natürlich waren die ersten beiden Kilometer traditionell zu schnell. Dann pendelte ich mich aber bei rund 4:20 min pro km ein.

Ab km 10 fiel mir das Laufen dann zunehmend schwerer. Ich kann das nicht an einem konkreten Symptom festmachen, aber ich fühlte mich einfach ziemlich kaputt und schleppte mich dann mehr oder weniger über den Rest der Strecke. Leider hatte meine HF Messung in der zweiten Hälfte Probleme, so dass ich keine Werte zur Verfügung habe. Hätte mich interessiert, mit welchem Puls ich da gelaufen bin.

Irgendwie schaffte ich es dann in 1:34:57 Stunden ins Ziel. Auch wenn diese Zeit deutlich von meiner Leistung im letzten Jahr entfernt ist, bin ich damit zufrieden. Unter den Umständen war einfach nicht mehr drin.

Radfahren jenseits der Straße

In den vergangenen Jahren beschränkte sich mein Radtraining in den kalten und nassen Jahreszeiten ausschließlich auf Indoortraining. Die Vorstellung bei Wind und Wetter mit dem Rennrad zu fahren, war nie verlockend. Darum war auch schon seit längerer Zeit der Gedanke da, ein Mountainbike anzuschaffen um eine Alternative zu haben.

Denn, so der Gedanke, mit einem ordentlichen Profil im windgeschützten Wald könnte das Radfahren auch ohne viel Sonnenschein Spaß machen. Leider überforderten mich anfangs die ganzen technischen Details, die so ein MTB mitbringt. Welche Schaltung? Hardtail oder Fully? 26 Zoll oder 29? Am Ende entschied ich mich nach einer Beratung im Radladen für ein Steppenwolf Timber 29 Pro. Hardail, 29 Zoll, solides Einsteigerbike.

Gekauft habe ich das Rad Ende 2013 und somit liegen die ersten Touren schon hinter mir. Mein Fazit: was für Spaß! Neben dem sportlichen Aspekt bietet das Mountainbiken auch eine erstklassige Gelegenheit, sich als Erwachsener hemmungslos im Schlamm zu wälzen. Herrlich! Und bisher bin ich trotz Klickpedalen noch nicht gestürzt. Das gibt Bonuspunkte!

Mountainbike

Winterspeck ade!

In den letzten Monaten haben sich still und heimlich ein paar zusätzliche Kilos um meine Muskeln gelegt. Nicht soviel, dass ich mich jetzt für dick halte, aber genug, damit ich mich damit nicht mehr wohl fühle. Das ist unabhängig von den nackten Zahlen, die mir eine Waage liefert. Für mich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um etwas dagegen zu tun. Keine radikale Diät, sondern eher eine sanfte und langfristige Feinjustierung meiner Gewohnheiten.

Vor allem in Hinblick auf die Challenge Kraichgau möchte ich noch etwas Gewicht verlieren, um meinem Wettkampfgewicht vom letzten Jahr zumindest nahe zu kommen ;) Konkret wären das so 3-5 Kilo. Ein realistisches Ziel, das ohne extreme Maßnahmen erreicht werden kann. Wenn man nur einmal anfängt, darauf hinzuarbeiten.

Ich habe letztes Jahr gute Erfahrungen mit dem #strafi50 Experiment gemacht und werde mich deswegen daran orientieren. Quasi eine Art #strafi50 reloaded! Mir fiel es damals leicht, jede Woche etwas neues auszuprobieren oder einfach eine neue Facette hinzuzunehmen. Das fühlte sich gut an und passte zu mir.

Morgen werde ich damit beginnen und meine Vorgabe für die erste Woche ist klar definiert: keine Süßigkeiten und kein Lebensmittel mit zugesetztem Zucker. Wenn ich das schaffe, gibt es am nächsten Sonntag eine besondere Süßigkeit als Belohnung. Ich bin ja schließlich kein Asket und möchte mir den Genuss bewahren.

Das wird nicht sehr einfach werden, da es an meinem Arbeitsplatz leider allerlei Schokolade und sonstigen Süßkram kostenlos gibt. Die Versuchung ist also omnipräsent.

photo credit: Sir. Mo via photopin cc

Von Zielen und Wegen

Das Jahr ist noch frisch, aber meine Planung für die kommenden Monate ist schon weitgehend komplett. Ich werde dieses keinen Marathon laufen und mich stattdessen voll und ganz auf die Mitteldistanz im Triathlon konzentrieren. Für meine beiden großen Highlights bin ich schon angemeldet. Im Juni wird das die Challenge Kraichgau und Ende August der IRONMAN 70.3 in Zell am See sein.

Mein persönliches Ziel ist eine Zielzeit von unter 5 Stunden in beiden Rennen und es wird viel Arbeit werden, dieses Ziel zu erreichen. Aber ich glaube, dass ich das schaffen kann. Neben diesen beiden Mitteldistanzen habe ich noch ein paar kleinere Triathlons und Laufveranstaltungen geplant. Im März natürlich der traditionelle Bienwald Halbmarathon, der mir in den letzten Jahren immer eine neue persönliche Bestzeit beschert hat. Vielleicht wird diese Tradition ja in diesem Jahr fortgeführt. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen.

Mein großes Ziel sind zwei Langdistanzen 2015 und unter diesem Gesichtspunkt sehe ich das vor mir liegende Jahr als ausgedehntes Vorbereitungsjahr. Ich habe vor allem beim Radfahren noch sehr viele Defizite, ähm Verbesserungspotential. Seit Ende 2013 werde ich außerdem von einem Trainer betreut. Nach den ersten paar Wochen fühlt sich das ganz gut an. Ich bin sehr gespannt, wie sich das über das kommende Jahr hinweg entwickeln wird.

Das war mein Jahr 2013

Überall gibt es zur Zeit Rückblicke, Jahresstatistiken und schlaue Worte. Und ja, ich will da natürlich keine Ausnahme machen.

Für mich hatte das Jahr ein paar sehr schöne Highlights und leider auch ein paar weniger schöne Momente. Aber so ist nun mal das Leben und ich versuche immer, die schönen Augenblicke intensiv zu genießen um dadurch genügend Motivation für die schlechteren Zeiten zu haben. Rückblickend hat das gut funktioniert. Und rückblickend war das Jahr vor allem eines: intensiv.

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Ein Armband für alle Fälle

Vor einigen Wochen bekam ich das Angebot, ein Notfallarmband von safesport id kostenlos zu testen. Ein gefundenes Fressen für meine ausgeprägte Neugierde. Ich habe mir mit diesem Artikel lange Zeit gelassen, weil ich wissen wollte, wie haltbar das Armband in der Praxis ist.

ArmbandDas safesport id Armband besteht aus Silikon und dient einer kleinen Plakette aus rostfreiem Metall als Befestigung. Diese Plakette ist der Clou: man kann sich einen frei wählbaren Text darauf gravieren lassen. Beispielsweise den Namen, die Blutgruppe oder die Telefonnummer einer Kontaktperson im Falle eines Notfalls. Wenn man nun beim Sport (oder in einer sonstigen Situation) verunglückt, können diese Informationen dem Notarzt dabei helfen, dich zu identifizieren oder eben Kontaktpersonen zu benachrichtigen. Oder man graviert die Information, dass man eine schlimme Allergie hat. Oder, oder, oder…. Die Möglichkeiten sind groß.

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