Ich bin ein Triathlet!

Letzten Sonntag war es endlich soweit: ich habe einen ersten Triathlon bestritten und die Jedermann-Distanz bestehend aus 0,5 km Schwimmen, 20 km Rad und 5 km Laufen in 1:23:20 Stunden beendet. Bevor ich ins Detail gehe schon ein kleines Fazit vorab: Triathlon ist leider geil.

Der Wecker klingelte um 6 Uhr morgens. Ich brauche vor einem Wettkampf immer einiges an Zeit um zu frühstücken und meinen Kreislauf richtig in Schwung zu bringen. Leider war das Erste, was ich an diesem Morgen vernahm das Prasseln des Regens an meinem Schlafzimmerfenster. Und ich meine keinen leichten Nieselregen sondern richtigen Platzregen. Ab und an gesellten sich auch Donner und Blitze dazu. Also so ziemlich genau das Gegenteil von einem idealen Wetter. Nach einigem Überlegen und Zweifeln entschieden wir uns dann aber doch, zumindest mal nach Stutensee zu fahren und die Lage vor Ort zu begutachten. Die Wettkampfleitung war sich allerdings auch noch nicht ganz sicher, ob der Triathlon stattfinden würde. Eine definitive Entscheidung würde erst bei der Wettkampfbesprechung kurz vor dem Start gefällt werden.

Nun ja, ich hatte in meinem Gepäck zum Glück diverse Plastiktüten und konnte so meine Ausrüstung relativ gut vor dem (immer noch vorhandenen) Regen geschützt in den beiden Wechselzonen deponieren. Die Wettkampfbesprechung wurde etwas nach hinten verlegt und quasi zeitgleich riss die Wolkendecke auf und strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. Erstklassige Bedingungen. Der Wettkampf würde stattfinden und mit ein bisschen Glück würde auch niemand nass werden. Außer natürlich beim Schwimmen.

Swim 14:06 min
Durch den langen kalten Regen war ich vor dem Schwimmstart recht stark ausgekühlt und zitterte stark. Das Wasser war aber zum Glück herrliche 24 Grad warm. Ich platzierte mich beim Start recht weit hinten, da das Schwimmen zum einen meine schwächste Disziplin ist und ich viel Chaos im Wasser vermeiden wollte. Leider klappte es beim Schwimmen nicht wirklich gut. So ein Massenstart ist halt was anderes, als im Freibad mit ein paar Omis zu schwimmen. Mich versetzte das in recht viel Stress und ich nahm auch einige große Schlucke vom köstlichen Seewasser. Nach vielleicht 50 Metern verspürte ich einen Schmerz in meinem rechten Oberschenkel – ein Krampf. “Normalerweise” bekomme ich beim Schwimmen ab und an mal einen Wadenkrampf und damit kann ich mittlerweile auch umgehen. Oberschenkel war für mich aber absolutes Neuland. Dazu kam noch die ganze Aufregung. Ich bin dann zur ersten Boje geschwommen und habe mich erstmal daran festgehalten. Die Schwimmer, die dann an mir vorbei kamen haben alle bei mir nachgefragt, ob ich Hilfe brauche. Ich muss wohl etwas hilflos ausgesehen haben. Ein sehr sportliches und faires Verhalten! Dann kam auch noch einer der vorhanden Rettungsschwimmer bei mir vorbei. In der Zwischenzeit ging es aber wieder und ich schwamm weiter. Die restliche Strecke ging dann problemlos und ohne weitere Zwischenfälle. Die Zeit von rund 14 Minuten ist völlig in Ordnung. Ohne die Probleme wäre ich vielleicht 2-3 Minuten schneller gewesen, was ungefähr meiner Zeit im Freibad auf dieser Strecke entspricht.

WZ 1
Die ersten Meter aus dem See heraus zur ersten Wechselzone waren echt anstrengend. Bis ich bei der Wechselzone angekommen war, ging es aber. Der Wechsel an sich gelang mir ohne Probleme und hat vielleicht rund 2 Minuten gedauert. Ich hatte mich dazu entschieden keine Socken zu tragen (und dies im Training auch ausprobiert).

Bike 44:48 min
Die ersten drei Kilometer waren sehr anstrengend – die Oberschenkel brauchen einige Minuten um richtig locker zu werden. Dann machte der Radsplit richtig viel Spaß. Einzig die Wendepunkte bremsten den Spaß ein wenig, da man dort immer recht stark abbremsen musste. Es galt, insgesamt drei Runden zu fahren. Durch meine schlechte Platzierung beim Schwimmen konnte ich einige Leute auf der Radstrecke überholen. Natürlich kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich hierbei um Personen handelte, die bereits auf der zweiten oder dritten Runde waren. Aber das ist ja auch egal. So ein Überholmanöver an sich macht Spaß, das liegt vielleicht auch daran, das ich so etwas im Alltag beim Training bisher noch nicht gemacht habe. Da überholt man ja meist nur andere Radfahrer, die deutlich langsamer fahren. Dieses Rennfeeling fühlt sich echt gut an. Meine Zeit beim Radfahren hatte ich im Vorfeld auf rund 40 Minuten geschätzt. Laut meinem Forerunner habe ich 40:33 Minuten gebraucht. In der offiziellen Zeit sind noch beide Wechselzeiten mit drin.

WZ 2
Das Handling in der zweiten Wechselzone klappte auch gut. Ich hatte meine Laufschuhe mit einem Schnellschürsystem von Yankz ausgestattet, was ein sehr schnelles anziehen ermöglicht. Und ich muss hinzufügen: das klappt auch mit zittrigen Händen sehr gut. Wechselzeit lag auch bei knappen zwei Minuten.

Run 24:26 min
Zum Schluss meine Paradedisziplin: Laufen. Ich hatte in mein Training ja schon einige wenige Rad-Lauf-Koppeltrainings eingebaut. Leider muss ich die Betonung auf “wenige” legen. Meine Beine waren wie Gummi. Am Ende habe ich mit Mühe noch einen Schnitt von 4:43 min/km hinbekommen. Wenn ich mir die einzelnen Kilometersplits ansehe, dann bin ich von km 1-4 kontinuierlich langsamer geworden. Nämlich von 4:37 min/km bis zu 4:57 min/km. Auf dem letzten Kilometer ging es dann wieder und ich konnte diesen in 4:36 min/km laufen. Nun ja, schnell war das aber trotzdem nicht.

Fazit
Auch wenn nicht alles perfekt gelaufen ist, hat mir mein erster Triathlon richtig viel Spaß gemacht. Ich habe deutlich gemerkt, wo meine Schwachpunkte sind und wo ich künftig mein Training forcieren muss. Anfang September werde ich das nächste Mal bei einem Triathlon starten und ich freue mich schon jetzt darauf! Denn wie schon eingangs erwähnt: Triathlon ist leider geil.

Swim, Bike, Run!

Lange überlegt, gezögert und heute habe ich es dann schließlich getan: ich habe mich für meinen ersten Triathlon angemeldet. Erste Überlegungen in diese Richtung hatte ich schon im letzten Jahr. Bevor ich mich allerdings konkreteren Planungen hingeben konnte musste ich mich erst um mein Handicap kümmern: dem Schwimmen.

Im Januar habe ich einen Schwimmkurs begonnen, um endlich mal richtig Schwimmen zu lernen. Eine Sache, die in meiner Kindheit leider viel zu kurz gekommen ist. Dabei wollte ich auch für mich selbst feststellen, ob mir Schwimmen überhaupt Spaß macht. Nach sechs Kursstunden und nochmals so vielen zusätzlichen Übungsstunden im Becken habe ich eine Antwort auf diese Frage gefunden: Schwimmen macht Spaß. Aber es wird noch viel Training erfordern, um in dieser Disziplin auf dem gleichen Niveau wie beim Laufen zu sein. Es sind aber diese Herausforderungen, die ich suche und die mir Freude bereiten. Jedenfalls bin ich sicher, das ich bis zum Sommer gut genug schwimmen kann, um die rund 500 Meter eines Triathlons in der Sprintdistanz zu bewältigen. Und so habe ich mich heute zum meinem ersten Triathlon angemeldet: dem Stutensee-Triathlon am 8. Juli.

Die 20 Kilometer mit dem Rad sowie die abschließenden 5 Kilometer zu Fuß stellen an sich kein Problem dar. Ich werde aber auf jeden Fall noch einige Einheiten mit dem Rad fahren sowie mich an Koppeltrainings versuchen. Wir haben jetzt Anfang März und mein momentanes Training ist auf den Hamburg-Marathon Ende April ausgerichtet. An dieser Priorisierung wird sich nichts ändern. Ich werde aber weiterhin zweimal die Woche ins Becken steigen und meinen Schwimmkurs sowie mein zusätzliches Schwimmtraining absolvieren. Und wenn am Wochenende wieder die Sonne lacht, freue ich mich auch auf eine Tour mit dem Rennrad.

Nach dem Marathon möchte ich meine läuferische Form noch etwas bewahren und den Halbmarathon in Mannheim laufen. Danach sind es noch zehn Wochen bis zum Stutensee-Triathlon und genug Zeit für ein spezifisches Training. Einen Schwerpunkt möchte ich hierbei gerne auf das Schwimmen legen, weil das meine schwächste Disziplin ist und ich die größte Lust habe, mich hier zu verbessern.
Ich erwarte von diesem ersten Triathlon nicht weniger als ganz viel Spaß. Die Zeit ist mir beim ersten Mal egal.