Was bringt einen Menschen nur dazu, einen Marathon zu laufen? Das ist eine gute Frage, auf die ich eine gute Antwort haben sollte. Schließlich habe ich mir dies als Ziel für das Frühjahr 2011 gesetzt. In gut sechs Monaten möchte nämlich einen, bzw. meinen ersten Marathon laufen. Natürlich in unter 4 Stunden, so wie man sich das traditionell vor seinem ersten Marathon auch vornimmt.
Mit meinen 30 Jahren kann ich auf eine recht überschaubare sportliche Karriere zurückblicken. Vor gut 12 Jahren habe ich einmal für ein paar Jahre intensiv im Fitnessstudio trainiert. Flacher Bauch, dicke Muskeln, Frauen beeindrucken und so. Diese erste intensive sportliche Phase wurde dann recht abrupt durch den Begin meines Studiums beendet. Irgendwo fehlten das Geld und die Motivation, um weiterhin sechs Tage die Woche zu trainieren. Außerdem hatte ich damals eine Freundin und daher ja auch nicht den dringen Bedarf, mit einem flachen Bauch und dicken Muskeln irgendjemanden zu beeindrucken…
In den acht Semestern, in denen ich studierte, futterte ich mir dann ordentliche 25 Kilo an. Das sind gute 3 Kilo pro Semester. So etwas schafft man nur, wenn man seine sportlichen Aktivitäten auf das Minimum zurückschraubt. Ich bin aber das lebende Beispiel, dass man es von BMI 22 auf fast BMI 30 locker in vier Jahren schaffen kann.
Nun, vor ein paar Jahren wollte ich dann einmal etwas gegen die ganz knapp dreistellige Zahl auf der Waage unternehmen und habe mir deshalb ein Paar tolle Laufschuhe gekauft. Natürlich hat man völlig untrainiert und mit Übergewicht keine tolle Kondition und so schaffte ich es damals nicht, am Ball zu bleiben und mit dem Laufen wirklich durchzustarten.
Die Jahre gingen ins Land und in meinem Leben änderten sich ein paar Dinge. Vor knapp drei Jahren erkannte ich letztlich, dass es mit mir so nicht weitergehen kann und ich wieder irgendwie in Form kommen muss. Ich beschäftigte mich viel mit einer gesunden Lebensweise und Ernährung und schaffte es so, innerhalb eines Jahres knapp 20 Kilo abzunehmen. Dieses Gewicht habe ich bisher ohne Anstrengungen halten können. Dazu kommt aber auch noch, dass ich mich damals aus ethischen Überzeugungen entschieden habe, Vegetarier zu werden und so sicherlich auch ein paar Kalorien einspare.
Während dieser Phase meines Lebens habe ich dann meine Laufschuhe wiederentdeckt und bin sehr unregelmäßig kurze Strecken gelaufen. Das Lauffieber hat mich dann aber erst dieses Frühjahr gepackt, als ich an meinem ersten 10 km Volkslauf teilnahm. Mir hat das Gefühl dabei unheimlich gefallen. Danach bin ich viel intensiver und bewusster gelaufen. Ich habe dieses Jahr an vier Volksläufen zwischen 6 und 15 Kilometern teilgenommen und von Veranstaltung zu Veranstaltung ist in mir der Wunsch gewachsen, mich der Herausforderung Marathon zu stellen.
Und in dieser Situation kann man entweder sagen “das würde ich gerne mal machen” oder “das mache ich”. Ich persönlich gehöre zur letztern Sorte. Ein Marathon im kommenden Frühjahr gibt mir etwa sechs Monate Zeit, um von meinem derzeitigen Leistungsstand zum Marathoni zu werden. Für mich ist das ein sportliches Ziel. Aber sonst würde ja auch irgendwo die Herausforderung fehlen, oder?
In diesem Blog möchte ich meine Trainingsfortschritte, Erfolge, Niederlagen und Gedanken zum Laufen dokumentieren. Und mich hin und wieder ausweinen, wenn ich bei Platzregen zum Training vor die Tür muss.
Oh ja, da wäre noch die Frage vom Anfang: was bringt einen Menschen nur dazu, einen Marathon zu laufen? Für mich lautet die Antwort: ich will mir beweisen, dass ich es kann. Das ich diszipliniert genug bin, um genug zu trainieren. Und das ich mental stark genug bin, um die vier Stunden durchzulaufen.